Every step you take…
Eigentlich dachte ich ja, dass leidige Thema “Online Durchsuchungen” hätte sich inzwischen irgendwie in Luft aufgelöst. Wie man sich manchmal irren kann. Nun lese ich hier doch tatsächlich, dass man in Bayern erstens voll dahintersteht und zweitens noch viel mehr machen will, als auf Bundesebene zur Zeit diskutiert wird.
Jetzt frage ich mich natürlich… Wie wollen die das denn umsetzen? Immerhin ist ja zumindest auf Bundesebene vom Tisch, dass jemand die Wohnung betritt und sich am Rechner zu schaffen macht. Nur ohne diesen “kleinen” Eingriff in die Privatsphäre, stelle ich mir das mit dem Rechner durchsuchen doch etwas schwierig vor.
Wenn ich z.B. hinter einem Router bin, woher wissen die dann, welchen der angeschlossenen Rechner sie durchsuchen müssen? Bzw. wie wollen die überhaupt auf meinen Rechner kommen, wenn mich eine Firewall schützt? Was, wenn mein Virenkiller beim Versuch etwas ohne mein Wissen auszuführen Alarm schlägt? Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ein Virenscanner-Hersteller der was auf sich hält, hier Ausnahmen für “staatliche Programme” in sein Produkt einbindet. Bei der Anzahl Staaten die es weltweit gibt, klingt das nach keiner guten Idee. Abgesehen davon , dass keine Sicherheitslücke lange unentdeckt bleibt und damit eigentlich Tür und Tor für die richtig bösen Viren geöffnet wäre. Ähnlich sieht es mit dem Betriebssystem selbst aus.
Gut, es gibt da immer wieder Gerüchte Microsoft hätte ein paar Hintertüren in Windows eingebaut. Aber bei den ganzen Sicherheitsproblemen die das System von Haus aus schon hat, möchte man doch nicht auch noch so was einbauen. Und selbst wenn doch, es gibt ja immer noch Linux oder OSX oder oder oder oder…
Auf der anderen Seite, werden Menschen die Sachen verheimlichen wollen, diese dann halt auf einen Rechner packen der nicht am Netz hängt. So kompliziert ist das im Zeitalter von USB-Sticks auch nicht wirklich! Datei verschlüsseln auf Stick kopieren, zum Online-Rechner schlurfen, Datei versenden, Datei empfangen auf Stick kopieren zum geheimen Geheimrechner bringen, entschlüsseln. Oder kann das Mega-Spy-Programm sich dann auch über USB-Sticks in verschlüsselten Dateien verbreiten? Wohl eher nicht. Aber vielleicht sind Terroristen einfach auch alle doof! Kann ja auch sein. Eventuell gibt es eine Studie in der steht, dass böse Rechner immer direkt am Internet hängen, keinen Virenscanner laufen haben und eine übers Internet erreichbare Freigabe namens terror oder so…
Kann ich ja nicht wissen… Kann ja sein… Naja… Wohl eher nicht!
